Gedanken zu den SkulpturenKunst als Befreiungsprozess
Durch das Altmetall verbinden die Skulpturen Vergangenheit und Gegenwart und
öffnen durch ihre Formen und Symbole neue Räume und Perspektiven.
Das Altmetall wird zu mehr als ein reiner Werkstoff. Durch seine
Beständigkeit, die vielen Gebrauchsspuren und seine Geschichte wird es zum
Träger von Erinnerungen.
Mein Ziel ist es die Schrottelemente möglichst unverändert in die Skulptur zu integrieren. So ist auch meine Vision von einer besseren Welt. Jedes Individuum sollte möglichst unverändert in seiner Einzigartigkeit bei der Wahrung seiner Autonomie seinen Platz im gesamten Gefüge finden. In diesem Sinne sehe ich die Skulpturen als Metapher für eine konstruktive Welt in der Autonomie und Freiheit einen sehr hohen Wert darstellen!
Immanuel Kant unterscheidet in der Kritik der Urteilskraft zwischen dem
Schönen, das von selbst gefällt, und dem Erhabenen. "Erhaben ist das, was
durch seinen Widerstand gegen das Interesse der Sinne unmittelbar gefällt".
Diesen Aspekt finde ich sehr wichtig und spannend. Gerade Objekte die
aufgeladen sind mit archetypischen Inhalten sind oft bedrohlich. Und bei
dieser Bedrohung bleibt so mancher Betrachter hängen und dringt nicht weiter
vor.
Die Skulpturen sind ein Ergebnis aus dem Bemühen durch die Kraft der Symbole
und Archetypen dem Verständnis der Welt näher zu kommen.
Schrott als Speicher gesellschaftlicher Handlungsweisen
Als Mensch lebt man in einer Welt die geformt und bestimmt ist durch das
soziale Umfeld. Diese sozialen Formgebungen sind die Begriffe im Sprachraum,
Werkzeuge und Rituale im Handlungsraum, .. kurzum die Gesamtheit der
menschlichen Handlungsweisen. In der Kunst geht es darum in diesem Umfeld zu
gestalten und Formen und Bezüge zu schaffen, die neue Sichtweisen erlauben,
Fragen aufwerfen, ...
Humor und Kunst stehen sich sehr nahe. Beide erfordern eine kritische Distanz zurRealität. Sie setzen Erkenntnis voraus, und bringen eine zusätzliche Ebene ins Spiel. Wenn ein Kunstwerk auch humoristische Elemente hat, dann halte ich es fürbesonders spannend und gelungen. Bleibt ein Werk nur im Vorwurf, der Kritik, oder Ästhetik hängen, dann befriedigt es mich kaum.
Trotz der allgemeinen abstrakten
Zielsetzung die der Befreiungsprozess in der Kunst verfolgt ist es doch
wesentlich den Schritt über die konkrete Materialisierung, die
Vergegenständlichung einer bestimmten Thematik zu gehen.
Die Ontologie ist die Lehre vom Sein. Sie versucht indem sie das denkerische Vermögen nutzt dem Sein näher zu kommen. Auch Kunst umkreist das Sein. Kunstwerke sind ontologische Gleichnisse, oder vielleicht sogar ontologische Ankerpunkte.
Kunst die nicht von der Welt handelt ist blind und
stumm!
Über Kunst zu reden ist immer auch eine Lüge!
Vermutlich ist das archetypische Wissen und Erleben die entscheidende Basis für die Kunst. Archetypen die sich immer wieder in der Gegenwart konkretisieren und somit zu einer Verdichtung und Vertiefung führen. Kunst als Verdichtungsprozess der immer wieder neue Formen und Wege finden muss. Die Frage ist, wie kann ich im hier und jetzt die maximale Dichte und Intensität erreichen. Wie gelingt es mit den immer begrenzten Mitteln diese Aufgabe zu erfüllen. Das erfordert kreative und freie Wege.
Wo
liegt die Wahrheit der Musik?
"Alles was nach Fertigstellung deiner Arbeit geschieht,
Seit der Theorie der Ästhetik von Benedetto Croce hat die Kunst eine neue Welt erobert und ist zugleich heimatlos geworden. Verloren im Ausdruck, der keine zusätzliche Legitimation braucht. Nach meinem Verständnis ist es für die Kunst wichtig die Welt zu erobern, aber genauso wichtig ist es sich wieder eine neue Heimat zu schaffen. D.h. sich nicht in beliebigen Ausdrucksformen zu manifestieren, sondern durch die Auseinandersetzung mit einem spezifischen Material und Ausdrucksmittel neue Heimat zu schaffen und dadurch wieder verständlich und authentisch zu werden.
"Die künstlerische Tätigkeit ist weder sklavische Nachahmung, noch
willkürliche Erfindung, sonder freie Gestaltung."
Wie ein flüstern im Wald stelle ich die Stahlplastiken der Welt entgegen. Einer lauten Welt, die auf der ständigen Flucht vor sich selbst ihr Tempo ständig erhöhen muss. Die Ruhe und Beharrlichkeit machen die Skulpturen stark und gefährlich. Sie werden zu Hindernissen für schnell Eilende, sie werden zur Gefahr. Kunst ist eine Gefahr, eine große Gefahr für blind Dahinrasende.
Wenn jemand meine Kunst liebt und schätzt, so freut
es mich! Würde dieselbe Person meine Kunst ablehnen und schlecht finden, so
ist es auch gut. In diesem Sinne verstehe ich die Aussage von Peter
Handke:
Vor ca. 6000 Jahren wurde in Sumer und Ägypten Eisen von Meteoriten genutzt. Und bereits vor 5000 Jahren kam verhüttetes Eisen in Mesopotamien, Anatolien und Ägypten zum Einsatz. Besonders interessant ist dabei, dass es vermutlich nur zeremoniell genutzt wurde. Die Qualität von Eisen legt offenbar die Nutzung im kultischen Bereich nahe. Hier steckt eine Verbindung zur künstlerisch archetypischen Verwendung von Eisen wie wir sie vornehmen. Sowohl bei den Performances als auch in den figurativen Arbeiten spiegelt sich diese ursprüngliche Nutzung von Eisen.
Metall erlaubt durch seinen Charakter keine Hast. Der Arbeitsstil muss im
Einklang mit dem Material und dem Thema sein. Der Begriff des "Tempo Giusto"
kann wohl auch auf
Ein Kunstwerk krallt sich wie ein Adler in das Fleisch der Welt - oft
schmerzlich, verletzend.
Die
Welt stellt sich dem Betrachter als ein nebeneinander von Dingen,
Ereignissen und Handlungen dar.
"Das Bekannte überhaupt ist darum weil es bekannt ist, nicht erkannt."
Schreibt Hegel in der Phänomenologie des Geistes.
Der Zufall, dass ein Stück Schrott in dieser oder
jener Weise verschweißt wird, hat zu tun mit der Notwendigkeit, mit der zwar
peripheren und dennoch gewaltigen Möglichkeit ein Zeichen in die Eiche der
Welt zu ritzen.
Kunst ist immer ein geistiges Produkt nie ein materielles.
Das Material Metall, die Größe und die Thematik der Skulpturen verleihen ihnen eine Präsenz der man sich nur schwer entziehen kann. Sie fordern einen Dialog, eine Auseinandersetzung. Einen Dialog der immer offen ist, den jeder für sich führen und entscheiden muss.
Die
Ideen von der Geraden, der Symmetrie, der Ebene und dergleichen sind
Vorstellungen die den Menschen und die Natur bei genauer Betrachtung als
unzulänglich erscheinen lassen.
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